„Alles was fest ist, verwandelt sich in Luft“ schrieb Marx über die zersetzenden Kräfte der Weltgeschichte des Kapitalismus. Nach vier Jahren „Gefühle am Ende der Welt“ lässt sich eigentlich nur konstatieren, dass die Dinge sich meist schneller verändern, als uns lieb und sicher als uns verträglich ist. Dennoch müssen wir uns ihnen entschieden und leidenschaftlich widmen. Wie mit bahnbrechenden Veränderungen umzugehen ist, wie es Menschen gelingt, sich immer wieder neuen Bedingungen anzupassen, ist die Grundfrage verschiedener Wissenschaften. Die Psychologie und Psychoanalyse betont, wie sehr diese Fähigkeit mit der Bereitschaft einhergeht, Verluste zu ertragen und zu betrauern, um sie schließlich loszulassen. Wie es möglich wird, sich einer Welt, die sich uns jeden Tag anders präsentiert, trotz allem noch bewusst zuzuwenden, ist eine soziale und individuelle Herausforderung, der wir uns stellen.

Der gebürtige Hamburger Duygu Ağal ist Autor:in und Moderator:in und lebt und arbeitet in Berlin. Sein literarisches Debüt Yeni Yeşerenler (Die Sprösslinge) erschien 2022 im Korbinian Verlag (Berlin). Für die Band Derya Yıldırım & Grup Şimşek, schrieb Ağal an den Alben DOST I + II (2022, Bongoe Joe Records, Genf) und YARIN YOKSA (2025, Big Crown Records NYC). Bis zuletzt war er Host des Sportstudios SAINT FLESH im Roten Salon der Volksbühne Berlin. Ağals Theaterdebüt Paradies-Acker wurde im Februar 2026 am Schauspielhaus Düsseldorf zur Uraufführung gebracht.

Serhat Karakayalı ist Professor für Migration and Mobility Studies an der Leuphana-Universität Lüneburg und hat zuvor die Abteilung Migration am DeZIM-Institut in Berlin geleitet. Gegenwärtige Themen seiner Forschung sind Rassismus, Gewerkschaften, Engagement und Migrationspolitik.

Mai
29
Fr
  • 20.00
    Roter Salon

    Gefühle am Ende der Welt

    Mit: Duygu Ağal & Serhat Karakayalı
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