Parole Text:Buch | Butler Trouble

Zeitschrift für Ideengeschichte | Heft XX/1
Publizist:innen im Gespräch

Als Judith Butler im März 2024 in Paris die Hamas-Attacken als „bewaffneten Widerstand“ charakterisierte, stand die globale Presse Kopf. Die Kritik reichte von „verstörender Kälte“ bis zu „intellektueller Kapitulation“. Doch diese Kontroverse ist nur die jüngste in einer langen Reihe: Seit Gender Trouble 1990 ist Butler „bewundert viel und viel gescholten“. An ihr lässt sich erkennen, was globale Intellektualität heute bedeutet – zwischen akademischer Komplexität hochspezialisierter Debatten und ikonischem Status mit weltweiter YouTube-Zirkulation. Sie ist internationale Ikone und Star in manchen Kreisen, dämonisierte Figur in anderen. Beides sind Phänomene, die weder von ihrer Person noch von ihren oft schwierigen Texten gedeckt werden. Butlers akademische Arbeit ist keiner Disziplin zuzuordnen: von Philosophie über Rhetorik bis zur Institutionalisierung der Gender Studies. Ihr vielgestaltiges Werk umfasst Performativitätstheorie, Analysen von Affekten wie Trauer und Zorn, Kafka-Lektüren und ideenhistorisch verankerte Einlassungen zur Nahostfrage. Die Podiumsdiskussion nimmt Butler als theorie- und ideengeschichtliches Phänomen ernst: nicht um Kontroversen zu glätten, sondern um sie neu zu perspektivieren mit Blick auf die Herausforderungen und umstrittenen Ausprägungen globaler Intellektualität in der Gegenwart.

März
18
Mi
  • 20.00
    Roter Salon

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