Festival des politischen Liedes
Egal, ob „unverbrüchliche Freundschaft mit dem heldenhaft kämpfenden Volk der Ukraine“ oder „Solidarität mit dem vom US-Imperialismus bedrohten grönländischen Patrioten“ – längst totgeglaubte Propagandafloskeln feiern ihr munteres Comeback. Ebenso wie der Kalte Krieg als solcher, auch wenn man sich jeden Tag aufs Neue fragt, wo dessen Frontlinien eigentlich verlaufen. Aus dem alten Ost gegen West ist längst ein Alle-gegen-alle oder Jeder-gegen-jeden geworden. Täglich müssen die Leitmedienkommentatoren ihren Kompass neu justieren, um noch sagen zu können, wer hier der Gute und wer der Böse ist.
Höchste Zeit also, eine Kunstgattung zu rehabilitieren, die zu den schillerndsten Hervorbringungen des verflossenen Jahrhunderts zählt: das politische Lied.
Jürgen Kuttner nimmt sich in der Volksbühne dieses zu Unrecht vergessenen Genres an. Getreu dem Motto „Es gibt ein richtiges Lied im Falschen“ reicht die Palette dabei vom FDJ-Barden Hartmut König bis zum ZDF-Hitparaden-Stammgast Heino.
- 20.00Große Bühne
Von Mainz bis an die Memel
CLXXXI | Ein Videoschnipselvortrag von Kuttner